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H0-Anlage "Camburg"

Epoche:
die sechziger und siebziger Jahre bei der Deutschen Reichsbahn
Abmessung:
13.00 x 2.50 Meter
Thema:
orginalgetreuer Nachbau des Bahnhofs "Camburg"

1971 tauchten die ersten Gedanken im Klub auf, zur 100-Jahr Feier der Saalebahn 1974 eine spezielle Großanlage zu bauen. Es sollte eine Bahnhof der Strecke Großheringen - Saalfeld im Modell nachgebildet werden. Alle Überlegungen führten zu der Entscheidung den Bahnhof Camburg als interessantes Objekt  nachzubilden, hatte doch dort wenige Jahre zuvor der elektrische Betrieb aus Richtung Halle/Leipzig seinen Endpunkt gefunden. Der Traktionswechsel versprach auch im Modell einen abwechslungsreichen Betrieb.

Ab 1972 wurde mit dem sog. "Bauen und Fahren" begonnen. Vor Ort wurde fotografiert und die Farbe notiert (Farbfilme waren noch zu teuer) und in Jena enstand Stück für Stück das Modell. Aufgrund der Größe des Arbeitsraumes war die Anlagengröße vorgegeben. Hinter dem Bahnhof, getrennt durch eine Kulisse, wurden die beiden Schattenbahnhöfe "Großheringen und Jena" angeordnet. Zwischen diesen beiden Schattenbahnhöfen (jeweils 13 Aufstellgleise) wurde das Schaltpult angeordnet. Zur Bedienung waren 4 Personen nötig.

Die gesamte Anlage bestand aus 14 Platten. Die einzelnen Platten waren aus Blechrahmen mit aufgezogenem 5 mm Sperrholz gebaut worden. Diese Bauweise stellte sich im Laufe der Zeit als sehr problematisch heraus. Es ergaben sich unkorrigierbare Absenkungen, welche mit zum Ende der Anlage entscheidend beitrugen. Als Schienenmaterial kamen ungefähr 200 m Pilz-Gleis, 83 Weichen und 8 doppelte Kreuzungsweichen zum Einsatz. Die Antriebe der Weichen und Entkuppler waren selbstgebaut. Das selbe gilt für die zwischen Personen- und Güterbahnhof liegende Drehscheibe und die 87 aufgestellten Fahrleitungs- und Turmmasten. Aufgrund der Längenverkürzung der Anlage konnten diese nicht an ihren Vorbildstandort gesetzt werden.

Auch bedingte die Längenverkürzung der Anlage eine repräsentative Auswahl an markanten Gebäuden, welche auf dem Hang hinter dem Bahnhof stehen. Auf der Zuschauerseite wurde auf eine Ortsbebauung verzichtet, um die Sicht auf die Bahnanlagen nicht zu behindern. Die Gebäude wurden vorwiegend aus Pappe angefertigt. Bestätigung für die hervorragende Vorbildtreue wurde uns 1979 bei der Ausstellung am Berliner Fernsehturm zuteil, als ein damaliger junger Armeeangehöriger lautstark seinen Freunden das Camburger Elternhaus samt dem Fenster seines eigenen Zimmers zeigte.

Auf der Anlage waren ca. 25 Triebfahrzeuge und 300 Wagen aller Art im Einsatz. Es wurde ohne jeden Fahrplanzwang der typische Betreib des Bahnhofs Camburg dargestellt. Seit 1974 war die Anlage alle 2 Jahre in Jena im Einsatz. Außerhalb von Jena wurde die Anlage noch 1977 in Weimar zu "10 Jahren Elektrifizierung der Magistrale Naumburg-Erfurt", 1979 am Berliner Fernsehturm (erster Preis für den Bahnhof "Camburg"), 1983 zum Heimatfest in Camburg (eine völlig neue Perspektive "ihres" Bahnhofs, für die Eisenbahner und Bewohner von Camburg) und 1987 zum MOROP-Kongress in Erfurt präsentiert.

Leider musste die Anlage 1992 abgerissen werden. Es traten Mängel auf, welche nicht mehr zu kompensieren waren. So wurde die Oberleitung an den Übergängen eingelötet, was sich bei jeder Ausstellung als problematischer herausstellte, da das Oberleitungsmaterial immer mehr korrodierte und ein Löten unmöglich machte. Auch stellten sich unkorigierbare Absenkungen der Platten untereinander ein, was ein gerades Aufstellen der Anlage unmöglich machte. Erleichtert wurde uns die Entscheidung, da wir zu dieser Zeit bereits mit dem Bau der neuen Großanlage "Grauenstein" begonnen hatten. Diese soll in naher Zukunft auch elektrifiziert werden und somit ist der interessante Betrieb des Traktionswechsels, was den Reiz der Anlage "Camburg" ausmachte, erhalten geblieben.

Der Gleisplan:
Vor dem Stellwerk Cn
Lokwechsel im Güterbahnhof
Ausfahrt P 4000
Rangierfahrt vor dem Fdl-Stellwerk
Blick zum Fdl-Stellwerk
Weiterer Blick über den Güterbahnhof
   
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