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FEZ-Berlin Ostern 2001

Ausstellungen im FEZ sind immer fetzig !

Von unserem Gastkorrespondenten Ralf Berthold, Dresden
Arbeitsgemeinschaft "Sächsische Nebenbahnen" in der SMV


Den Hintransport übernahm die Firma K&B Foto mit dem Fahrer
Modellbahnfreund Olaf Seide am Tisch der Reparaturecke
Montage des Beleuchtungssystems der Firma Messevision
Unser Stand in Berlin
Eine 015 fährt aus
Ein SVT 175 wartet auf Einfahrt in den Bf. Grauenstein
Vom 14. Bis zum 22. April diesen Jahres haben wir uns mit unserer kleinen Anlage "Zaupersdorf" an der Modelleisenbahnausstellung im Berliner "Freizeit- und Erholungszentrum"(FEZ) beteiligt. Für uns kein Neuland, bereits vor vier Jahren haben wir hier ausgestellt und waren schon damals begeistert. Diese Ausstellung ist nicht vergleichbar mit Modelleisenbahnausstellungen, wie wir sie als SMV-Clubs selbst durchführen oder mit Großausstellungen, wie sie von Messegesellschaften organisiert werden. Das FEZ (vielen noch als Pionierpalast bekannt) ist eine Einrichtung des Landes Berlin und bietet Kindern und Jugendlichen reichhaltige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Hierzu gehören auch der Modelleisenbahnbau, die Feldbahn und die Parkeisenbahn. 

Die Modelleisenbahnausstellung "Vom Adler zum ICE" wird alle 2 Jahre durchgeführt und ist mit etwa 2.500 m2; Ausstellungsfläche die derzeit größte Berliner Modelleisenbahnausstellung. In 9 Tagen kamen über 22.000 Besucher. Obwohl das FEZ in der Wuhlheide nicht gerade zentral liegt, ist der Besucherzustrom ein beachtliches Ergebnis. - Und hier habe ich sie wieder gesehen, die langen Schlangen vor der Kasse! Im Foyer gab es viele Betätigungsmöglichkeiten für die Kinder. Sie konnten nach Lust und Laune Gleise zusammenstecken, mit Bausteinen das Umfeld der Spielbahn gestalten und dann den Dampfzug im ICE-Tempo seine Runden drehen lassen. Dank vieler Sponsoren waren die Basteltische bei den Kid´s begehrt. Der Clou war eine LGB-Anlage, die von drei Hometrainern mit mehreren Dynamos angetrieben wurde. Nur haben sich die ganz Pfiffigen gewundert, dass beim Rückwärtstreten der Zug immer noch in die gleiche Richtung fuhr... 

Favorit der Berliner Besucher war die H0-Stadtbahnanlage der Gustav-Heinemann-Oberschule in Berlin-Marienfelde mit dem Bahnhof "Zoologischer Garten" sowie den S-Bahnhöfen "Tiergarten" und "Savignyplatz" als Kernstück. Wer bei dem Begriff "Schüleranlage" An Sägespanbegrünung und schlecht geklebte Plastikbausätze denkt, wurde hier eines Besseren belehrt: Auf ihren Modulen haben die Schüler die typischen Akzente des modernen Berliner Nah-und Fernverkehrs gekonnt umgesetzt! Die nach meinem Geschmack etwas zu rasante Fahrweise wurde mir so erklärt: "In Berlin ist es normal, wenn die S-Bahn den ICE überholt." 

Publikumsmagnet war ganz klar die neue H0-Anlage "Grauenstein"des Modelleisenbahnklub Jena 49 e.V, der mit 15,60 x 2,40 Metern die größte Anlage ausstellte. Ihr Thema ist die Reichsbahnzeit der siebziger Jahre, eingebettet in eine Landschaft mit sympathischem Thüringer Lokalkolorit. Was hier nicht alles fährt: Haupt-, Neben-, Schiebe-, Wald- und Straßenbahnen sowie Busse und LKW (in perfekter Weiterentwicklung des Faller-Car-Systems). Besucherwirksam ist auch die funktionstüchtige Be- und Entladung von Schüttgut in Selbstentladewaggons. Als nach einigen Tagen bei den Jenaern der viel Lärm verursachende Antrieb den Geist aufgegeben hatte und ersetzt werden musste, gab es ein Problem: Plötzlich fehlte der Effekt, dass alle Besucher sich beim Einsetzen des Radaus in die entsprechende Richtung wendenten. Daraufhin wurden noch am selben Abend am Beladungsgebäude einige blinkende Leuchtdioden angebaut und die "Jenaer Modellbahnwelt" war wieder in Ordnung.. Was mir an dieser Anklage gefällt, ist dass hier nicht nur meterlange Züge über die Anlage "gescheucht" werden, sondern auch richtig rangiert wird und im Bw ordentlich Betrieb stattfindet. Mehr Informationen über den Klub und diese Anlage ist im Internet unter www.mek-jena49.de zu finden.

Gut gefallen hat mir auch die Anlage von Ulrich Thorhauer aus Eisdorf/Kittlitz. Er baut nach Vorbildern des Pommerischen Schmalspurnetzes um Gryfice (ehemals Greifenberg). Um- und Eigenbauten von Fahrzeugen fahren über seine gut gestalteten IIm-Module. Für den Weiterbau der Anlage hat er ehrgeizige Pläne und sucht noch Kontakt zu Gleichgesinnten. 

Als "Nebenbahner" begeistere ich mich natürlich für Anlagen nach konkreten Vorbildern: Alte Bekannte, die Eisenbahnfreunde "Kleinbahnen der Altmark" Berlin e.V. und die Berliner Modelleisenbahnfreunde der "Dahme-Uckroer- Eisenbahn" mit ihren überarbeiteten und neugebauten Anlagenteilen hatten es leider schwerer, ausreichend Resonanz beim Durchschnittsbesucher zu erreichen. Dafür war hier der Kontakt zu den Interessierten besonders intensiv. Außerdem war die bekannte, inzwischen erweiterte Italien-Anlage von Frank Tinius und eine H0-Anlage nach amerikanischem Motiven bemerkenswert. 

Nicht nur ein Straßenbahner mit Leib und Seele, sondern für den Nicht-Berliner ein leibhaftiges Berliner Original ist Wolfgang Claus, der in Brandenburg zu Hause ist. Er hat seine kleine Straßenbahnanlage regelrecht "verkauft" und stets die Lacher auf seiner Seite! 

Die von uns ausgestellte H0-Anlage " Zaupersdorf" war einst die Jugendgruppenanlage. Sie ist 2,00 mal 1,20 Meter groß und vom Stil her eine typische Heimanlage, selbstverständlich mit sächsischem Flair. Sie wurde technisch und geländemäßig überarbeitet und ist durch ihre Gestaltung bei den Besuchern stets gut angekommen. Viele Ausstellungen bieten Großanlagen, aber Heimanlagen von denen der Besucher sofort Ideen mit nach Hause nehmen kann, fehlen häufig. 
 

Das FEZ ist mein Tipp an alle, die auf der Suche nach vernünftigen Ausstellungsmöglichkeiten sind. Kontakt zum Ausstellungsleiter: Frank Tinius Tel.: (030) 535 46 10. Im Vorfeld der Ausstellung gab es einen Fragebogen. Hier wurden nicht nur technische Dinge abgefragt, sondern auch das Umfeld, beispielsweise Transport, Versicherung und Unterkunft geklärt. Einige Wochen vor Beginn kam der Werksvertrag, mit dem auch die ausgehandelte Aufwandsentschädigung feststand, zur Unterschrift. Wir waren im FEZ-eigenen Gästehaus untergebracht, das sich auf dem Gelände befand. Eine Küche für Selbstversorger war vorhanden. Natürlich konnte man auch die Gaststätten und Imbissmöglichkeiten im FEZ nutzen. Abschließend noch eine persönliche Bemerkung: Immer wieder wird über Probleme zwischen Sachsen und Berlinern geredet, ich aber liebe das Berliner Publikum, denn es ist tolerant und kontaktfreudig. Sehr gefreut habe ich mich auch über das Interesse an unserer Schautafel mit AG-Portrait und "SMV"-Werbung.

   
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