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Frühjahrstreffen der Eisenbahnfreunde in Rüthnick 02.05.02 bis 05.05.02

Leider ist der folgende Beitrag nicht mehr ganz aktuell - jedoch schon aufgrund des Umfanges und der Ausführlichkeit sehr lesenswert.

Bilder zu diesem Beitrag erscheinen in Kürze.


Wie schon so oft wird unsere ganze Planung über den Haufen geworfen.

Eigentlich wollten wir alle Lars mit Karoline, Sven, Tobi, Remo, Olaf und ich mit Olafs Chevi - Van fahren. Aber 2 Tage vor Fahrtantritt wird alles ganz anders. Lars fährt mit eigenem PKW. Da waren es nur noch fünf.

Donnerstag, 02.05.02

Anmarsch der glorreichen Acht

Abholzeit Talstraße ist für 9:00 Uhr angesetzt. Olaf ist fast pünktlich!! Aber wir müssen ja noch zu Kaufland tanken und ein paar Lebensmittel einkaufen damit wir ja nicht verhungern! Ach ja und Olaf braucht noch etwas Reinigungsmittel für die Beisserchen. (Damit die Zähne auf den Fotos auch schön strahlen.) Also, Olaf tankt den Chevi voll schlappe 125 Liter und Remo und ich sorgen für das leibliche Wohl und Olaf`s Zahnpflege. Zurück im Van stellt Remo die Frage: Na mal sehen, wann der Rest anruft? , denn 10:00 Uhr Frauenprießnitz schaffen wir beim besten Willen nicht. Aber keine Angst, Onkel Lars hat schon angerufen auf allen vorhandenen Handys! Und die nächste Planänderung steht an, denn anstatt rechts nach Frauenprießnitz abzubiegen, nimmt Olaf die linke Abfahrt nach Wichmar. Dort warten schon recht ungeduldig Lars, Karoline, Tobi und Emmi, der trotz vollgestopften Passat noch irgendwo ein freies Plätzchen für sich und seine 3 Sachen freischaufeln konnte und so nach Wichmar kam. Ach ja Planänderung Nummer 3: Tobi fährt nicht wie geplant mit uns im Van nach Rüthnick, sondern mit eigenem PKW. Svennis Sachen sind im Nu im Van verstaut schneller jedenfalls als die Frage beantwortet ist Wer fährt jetzt eigentlich? Aber Emmi übernimmt die Fahrerei gerne und so macht es sich Olaf auf der Rückbank mit seinem Kopfkissen und 2, 3 Büchsen Bier bequem. So nun ist endlich alles klar, also aufsitzen Jungs und Mädels, wir reiten nach Rüthnick. In Kolonne fahren wir nach Osterfeld, wo wir die A9 in Richtung Berlin entern. Im gemütlichen Tempo fahren wir über die Autobahn. Auf dem Rasthof Fläming immer wieder gern angefahren auf dieser Route halten wir für ein kleines oder größeres Mittagsmahl und um die Sandig-Mädels zu treffen. Die beiden sind nämlich schon früher losgefahren, um noch mal bei Ikea die Kreditkarten zu wetzen. Tja ohne irgendeinen Einkaufsbummel können die beiden wohl gar nicht verreisen. Frisch gestärkt geht es dann im 4er Konvoi weiter. Am frühen Nachmittag treffen wir in Rüthnick ein und uns Dieter fällt aus allen Wolken, denn so früh hat er noch nicht mit uns gerechnet. Aber nichts desto trotz machen wir erstmal Kaffee, essen leckeren Kuchen und knobeln aus wer wo schläft. Im oberen Geschoß - direkt vor dem großen Bad entsteht auf mehrfachen Wunsch der Herren das Mädchenzimmer. Das Jungszimmer wird im Wohnzimmer eingerichtet. Aber ich boykottiere die ganze Sache und bestehe auf meinem Schlafplatz auf der Couch!!! Nach dem das nun geklärt ist, gehen wir zum gemütlichen Teil des Nachmittages über. Während wir so im Garten sitzen und über Gott und die Welt labern, entdeckt Remo das es Vögel gibt, die den Hals vorne haben!! WOW, Brehms Tierleben muß vollkommen neu geschrieben werden!!! Dieser Entdeckung wollen wir noch weiter nachgehen und entschließen uns zu einem Spaziergang. Natürlich räumen wir vorher unsere Unordnung von Kaffeekränzchen noch auf. Olaf, Lars, Sven, Remo, Karoline und ich bestaunen beim Rundgang über die Plantage die verschiedenen Wochenendhäuser der Berliner. Aber trotz des großen Reichtums der hier anscheinend zu finden ist, hat es noch keine Bank geschafft hier einen ihrer vielen Geldautomaten aufzustellen. Svenni braucht dringend Bargeld. In der Hoffnung in Alt-Rüthnick einen dieser Automaten zu finden, denen wir unseren Spaziergang in den Ort aus. Wir entdecken im Ort eine Außenstelle der Amerikanischen Botschaft, vor dem Gebäude weht die rot-weiß gestreifte Flagge mit den Sternchen drauf, - gleich gegenüber muß die mexikanische Vertretung sein erkennbar an den vielen Kakteen im Fenster. Auf einer Scheune entdecken wir das Nest eines Storches und der Eigentümer ist sogar zu Hause und wir entdecken, daß es zig verschiedene Variationen des Vorsicht Hund Schildes gibt, aber einen Geldautomaten entdecken wir nicht. Da wir nun die Highlights des Dorfes Rüthnick kennen, beenden wir unsere Entdeckungstour und spazieren zurück zu Dieters Hütte, wo wir es uns erstmal richtig gemütlich machen. Gegen 17:30Uhr verschwindet Dieter zur Massage welcher Art auch immer... - . Uns überkommt in der Zwischenzeit das Arbeitsfieber, also beginnen wir gaaaanz langsam das Abendessen vorzubereiten, aber Dieter braucht einfach zuuu lange und so fangen wir ohne ihn an zu essen. Als er gegen 19:30 Uhr zurück ist, sind wir schon fast fertig mit essen, aber beim trinken helfen wir immer wieder gerne. Nach der Aufräumaktion - wir haben sonst morgen früh kein Geschirr machen wir es uns im Wohnzimmer gemütlich. Musik hören können wir nicht, den CD-Player haben wir während Dieters Abwesenheit schon so erfolgreich außer Gefecht gesetzt, daß er auch durch gutes Zureden verschiedener technisch versierter Personen nicht mehr funktionieren will. Als nächstes versuchen wir unser Glück beim Kamin. Im laufe des Abends kommt einer der Herren auf die Idee man(n) könnte den ja mal anfeuern draußen sind es ja nur eisige 15-20oC. Ratz Fatz wird es mollig warm im Wohnzimmer der kleinen Hütte. Und hier sollen wir heute Nacht schlafen?! Bei Bier und Wein machen wir Pläne für den nächsten Tag. Wieso eigentlich, die werden doch sowie so immer über den Haufen geworfen? Am späten Abend so gegen 0:30 Uhr räumen wir das Wohnzimmer zum Jungszimmer um und folgen dem ersten Teil des Trupps der schon im Land der Träume ist.

Träumt schön!!

Freitag, 03.05.02

Mit Rapsöl in die Vergangenheit

Kurz vor 7:00 Uhr poltert Dieter durch`s Haus. Er will schon wieder zur Massage muß ja geil sein!!! Durch dieses Gepoltere aufgeschreckt und in der festen Überzeugung, daß der kleine Dicke um 7:30 Uhr wieder da ist, düst Lars los frische Brötchen bzw. hier heißen die Dinger ja Schrippen holen. Stanzi und Janet kochen Kaffee und Sven, Tobi, Remo, Olaf ja ja, der ist auch schon auf!!! verwandeln das Schlafzimmer wieder in ein Wohnzimmer. Als der Frühstückstisch gedeckt und Lars mit den Brötchen äh Schrippen wieder da ist, klär ich Lars erst mal auf, das Dieter erst um 8:30 Uhr von der Massage zurückkommt. Wir können uns auch fast beherrschen, aber halt nur fast und so fangen wir ohne Dieter mit frühstücken an. Mit Dieters Rückkehr läuten wir die zweite Runde des Frühstücks ein. Nach den allgemeinen Hausarbeiten geht es mit den Autos los 2 an der Zahl nach Neuruppin. In dieser Großstadt werden wir sogar fündig, auf der Suche nach einem Geldautomaten. Emmi kann endlich die große Kohle holen. Tobi kauft sich vorsichtshalber `n Zelt, aus Angst heute abend keinen Schlafplatz in Dieters Hütte mehr zu kriegen. Letzte Nacht war mit 10 Leuten Generalprobe in Frischi`s Häuschen, heute kommen noch mal 6 und morgen Abend noch 3 dazu. 19 Leute in Dieters Wochenendhütte! Aber wie heißt es so schön: Platz ist in der kleinsten Hütte. Aber jetzt stehen wir mitten in Neuruppin auf dem Bahnhof (wo sonst?) und warten auf die Abfahrt des Triebwagens. Heute steht nämlich eine Fahrt mit der PEG Prignitzer Eisenbahngesellschaft auf dem Plan. Von Neuruppin geht es mit dem blauen Wagen mit der Sonne drauf nach Neustadt / Dosse. Wir hätten uns hier zwar auch den alten Ritter Kalbuz anschauen können, aber die Herren Kunstbanausen wollen lieber weiter mit dem rapsölbetriebenen Triebwagen über`s Land düsen. Also beugen wir uns mal wieder dem Gruppenzwang und fahren weiter nach Pritzwalk. Gemütlich tuckert der alte Triebwagen dahin und wir genießen die Landschaft, ein kleines Wäldchen hier, ein großes Rapsfeld dort. Angst, dem Triebwagen könnte der Treibstoff ausgehen brauchen wir nicht zu haben, notfalls pflücken wir ein paar Rapspflanzen und pressen selber ein paar Tropfen Öl in den Tank. Obwohl es die PEG erst seit einigen Jahren gibt, gehören die blauen wie rollende Pommesbuden riechenden- Wagen schon so zum Landschaftsbild, daß selbst Rehe sich von dem Rattern nicht beim Fressen stören lassen. Und so nah an der Strecke! Wie wäre es heute abend mit Reh am Spieß? Aber wir haben mal wieder die Schrotflinte vergessen! Bei dem Anblick der vielen freilaufenden Rehbraten melden sich unsere Mägen. Also begeben wir uns in Pritzwalk auf die Suche nach einer Gastwirtschaft und finden noch jede Menge Reliquien aus längst vergangenen Zeiten: Auto`s aus den 80ern, Schilder die zur Blutspende beim DRK der DDR auffordern und eine HO-Gaststätte leider gibt es hier nix mehr zu essen aber Erinnerungen werden wach und wir fühlen uns wie auf dem Weg Zurück in die Vergangenheit. In einem kleinen Imbiss werden wir in Sachen Essen fündig. Die Preise hinter den Speiseangeboten scheinen auch noch aus den guten alten Zeiten zu stammen. Die Karte ist zwar nicht lang, um so länger die Wartezeit auf das Essen. Das macht uns aber nichts aus, denn so wissen wir es wird frisch zubereitet und zweitens: wir haben Zeit! Um die Wartezeit so sinnvoll wie möglich zu nutzen und das schon reichlich geflossene Bier auch seine Wirkung zeigt, werden die hiesigen Toilettenräume aufgesucht. Olaf, der den Part des Erst-Urteilers für die Herren übernimmt, ist sehr begeistert und macht alle anderen neugierig. Als auch Tobi schmunzelnd vom Klo wiederkommt, muß ich mir die Sache doch auch mal ansehen. Wirklich sehr originell eingerichtet: das eigentliche Klo ist nur durch einen Duschvorhang vom Urinal abgeteilt. wie heißt es so schön? Not macht erfinderisch! Und sauber ist es auch. Nach dem dann alle Bäuche mit Bauernfrühstück, Kassler, Seelachs usw. gefüllt sind, spazieren wir noch etwas durch den Ort, in dem gerade erst die Wende stattgefunden haben muß, und dann zurück zum Bahnhof. Mit den blauen Triebwagen der PEG geht es dann über Neustadt / Dosse zurück nach Neuruppin. Leider verpassen wir in Neustadt / Dosse ganz knapp den Anschlußzug. Der nächste fährt in ca. einer Stunde. Was machen wir jetzt? Auf so einem Bahnhof wird sich doch was finden lassen für die vielen Eisenbahnfans. Stand da hinten nicht irgendwo die Lok von Uwe Adam? Die sehen wir uns mal genauer an. Frohen Mutes stiefeln wir mal wieder über irgendwelche Gleise der DB. Wir haben ja Lars dabei und der darf das. Aber dem Bahnpersonal passt das gar nicht und es kommt eigens für uns eine Bahnhofsdurchsage: Bitte verlassen sie sofort die Gleisanlage! Und einen Hubschrauber schicken die auch noch los!! - Ach nein, der macht nur Flugübungen. Zurück auf dem Bahnsteig warten wir geduldig auf die Abfahrt unseres Triebwagens. Mit etwas Verspätung tja auch die Privatbahnen fahren nicht immer pünktlich! starten wir dann die Rückfahrt nach Neuruppin, wo wir ca. 45min später ankommen. Natürlich ist auch auf dieser Exkursion das Bier wieder reichlich geflossen, deshalb übernimmt Familie Seiferth welches sich nicht diesem Laster hingab - den Rücktransport per PKW nach Rüthnick. Remo fährt Van und ich Passat und beim nächstgelegenen Aldi wird erst mal nachgetankt Bier und Möhrensaft. Dann geht es weiter nach Rüthnick Remo fährt mit dem Hausherrn schon mal voraus, schließlich erwarten wir noch Gäste. Für das bissel Bier und Saft reicht der Passat allemal. Und wie soll es anders sein, wenn ich Passat fahre, biegen wir erst mal falsch ab. Aber egal, hier in Herzberg gibt es ja einen Konsum den wollten wir schon immer mal kennenlernen und wenden kann man auch ganz prima. Dabei haut es zwar die Möhrensaftflaschen gewaltig durch den Kofferraum, aber wer braucht schon Möhrensaft?! Und passiert ist ja auch nichts, er ist halt jetzt gerührt und geschüttelt. In Rüthnick kommen wir fast gleichzeitig mit Familie Berthold und Steffen an. Jetzt fehlen eigentlich nur noch der Dr. und seine Frau Inge, dann wären wir für heute vollzählig. Gudrun ist schon `ne Weile vor dem ersten Teiltrupp eingetroffen und hat etwas Ordnung gemacht. Wir haben zwar heute morgen gar keine Unordnung hinterlassen, aber Arbeitswütige soll man in ihrem Tatendrang nicht hindern! Als die Mehrzahl beschließt, wir könnten langsam anfangen zu grillen, wird der Rost angebrannt. Remo und Tobi kümmern sich dann um das Bratgut. Olaf, Svenni und Lars bauen derweil Dieters Hütte zu Ende und Karoline wird auf ihren Inlinern zu Einfahrt der Plantage geschickt, um den Dr. Töppler einzuweisen. Trotz unseres Außenpostens fährt er erst mal vorbei. Zu guter Letzt findet auch er den Weg zu Onkel Dieters Hütte und wir sind komplett für heute. Da sich das Wetter heute sogar von seiner besten Seite zeigt, können wir getrost die große Tafel draußen aufbauen. Die Spezialitäten heute: Berliner Soljanka nach Art des Hauses, serviert in einer Kaffeetasse, Thüringer Rostbratwürste und eingelegte Steaks aus Sachsen => ein Multi Kulti Menü also <= dazu werden gereicht: diverse Weine trocken, halbtrocken oder lieblich das allseits beliebte Radeberger Bier aber auch ein paar andere Sorten und diverse Spirituosen. Nach der großen Raubtierfütterung zünden wir wie üblich ein kleines Lagerfeuerchen im Rost an, um diverse Insekten zu verscheuchen und etwas Wärme zu erzeugen. So nach und nach verlagert sich doch alles nach drinnen, denn die Außentemperaturen sinken jetzt nach Sonnenuntergang rapide. Drinnen haben die Frostbeulen schon wieder den Kamin angezündet. Nur die Härtesten bleiben noch draußen. Aber gegen 0:00 Uhr wird es auch Ralf und mir zu kalt und wir setzten uns drinnen an den warmen Kamin. Es dauert auch nicht mehr lange bis die ersten sich in ihre Schlafstätten verkriechen. Das Schlußlicht in Sachen Schlafengehen bilden Olaf, Tobi, Svenni, Remo und ich, wir müssen ja erst das Wohnzimmer wieder in ein Schlafzimmer verwandeln. Lars hat seine Schlafstätte übrigens nach unten in den Keller bzw. in die Garage verlagert, um Platz zu schaffen, aber deshalb schläft trotzdem kein anderer mit uns im Wohnzimmer. Weit nach Mitternacht kehrt dann langsam Ruhe ins Hüttchen ein und man hört nur noch wohlklingende und nicht so wohlklingende Schlafgeräusche aus den einzelnen Zimmern.

Schlaft schön

Samstag, 04.05.02

Mit Dampf in den Mai

Wie gestern ist gegen 7:00 Uhr aufstehen angesagt und die große Schlacht um die Badezimmer beginnt. Wir Stubenschlafer müssen wieder in Windeseile unser Schlafzimmer rückverwandeln, damit die Frühstücksfront die große Tafel herrichten kann. Irgendwie und ohne große Planung schaffen wir alles. Jeder sitzt pünktlich und sauber am Frühstückstisch und das große Reicht ihr mal das Schokoladenzeugs hinter? Ja aber nur wenn ihr die Marmeladen vorgebt! kann beginnen. Die Leute die in der mittleren Tischregion sitzen, kommen gar nicht zum essen, weil sie ständig irgendwelchen Marmeladen, Nußkati, Wurst- bzw. Käseteller und zig Tassen Kaffee hin und her reichen müssen. Nach der großen Raubtierfütterung und den allgemeinen Aufräumaktionen können wir starten. Wir müssen nur noch schnell klären, wer fährt und wer nimmt wen mit. Familie Sandig chauffiert Familie Frisch, die Sachsen steigen ins Bergk-Auto und Familie Töppler zieht die Annehmlichkeiten eines Reisebusses vor. Im Dreier-Konvoi fahren wir Richtung Zehdenick / Mildenberg. In Löwenberg machen einen kurzen Zwischenstopp an einer Apotheke, denn Tommy Tö bellt wie ein Hund. Mit diversen Zaubermittelchen will Inge das wieder in den Griff kriegen. Zu diesem Zweck tauscht sie sich mit dem großen Apothekenmeister aus und erhält geeignete Mixturen. Auf dem Parkplatz vom Ziegeleipark Mildenberg sind schon fleißige Helfer dabei, die Massen an Fahrzeugen zu koordinieren. Für 50 Cent / PKW bekommen wir einen Parkplatz fast vor dem Eingang. Auf Emmi`s Hinweis, die zwei PKWs hinter uns gehören dazu, meint der Parkplatzwächter nur: Na macht ja nix! Beim Aussteigen werden wir schon freudig von der Adams-Family ebenfalls aus Dresden begrüßt. Damit wäre unsere kleine Reisegruppe nun endlich vollzählig. Nur nützt es uns heute nicht sehr viel, denn es gibt keinen Gruppenrabatt. Und die Jungs müssen auch obwohl sie sich wie 13 benehmen den vollen Eintrittspreis bezahlen. Drinnen orientieren wir uns kurz und verabreden uns für 11:00 Uhr zur der Fahrt in die Burgwallgrube übrigens die erste an diesem Tag. Jetzt ist es ca. 10:00 Uhr. Wir haben also jede Menge Zeit, die wir damit verbringen, einige Dampfmaschinen zu bestaunen und die hiesigen Toiletten zu testen, denn wir haben mal wieder viel zu viel Kaffee getrunken. Wir müssen jetzt auch noch gar nicht auf den Toiletten anstehen, das kommt später!! Und wie das nun mal bei uns so ist, keiner hält sich an irgendeinen Plan. Muß irgendwie auch auf die Organisatoren des Dampfspektakels abfärben, denn die erste Tonlorenbahn fährt schon eine halbe Stunde vor eigentlichen Fahrtbeginn los. Thommy und seine Inge sitzen drinnen und wir sollen in die Röhre gucken? Nicht mit uns, wir spielen mal eben Posträuber halten den Zug an und entern ihn. Alle drinnen? Na dann: Abfahrt!!! Gemütlich tuckern wir über Feld und Wiesen und Straßen bis in die Burgwallgrube. Hier erfahren wir wieder viel über Sand und Tonabbau und Tonhalden und Wiederaufforstung und und und. Nach dem 10 minütigen Vortrag vom Band werden die Männer langsam durstig und wollen zurück zur Bahn. Janet stellt bei einem genaueren Blick in die Grube fest: Das ist aber sandig. Tja Frau Sandig so ist das halt in einer Sandgrube! Aber wir können dem ganzen nicht näher auf den Grund gehen, denn erstens ist es für Touris wie uns verboten und zweitens wollen die Jungs zum Bier und das ist in der Lore. Zurück am Bahnsteig ist doch unsere Tonlorenbahn weg! Wo ist eigentlich Steffen? Saß der nicht auf der Herfahrt bei Lars in der Lore? Egal, den finden wir schon wieder. Aber wo ist das Bier? Die Jungs beruhigen sich gegenseitig Die Bahn kommt gleich! 10 Minuten später ist die Bahn immer noch nicht da. Das Kommt gleich. wird langsam nervöser und irgendwann halten es die Schwächsten nicht mehr aus und laufen los, die Bahn zu suchen. Wie sie da so Richtung Wendestelle marschieren, was hören unsere müden Ohren? Da kommt doch irgendwo eine diesellokbetriebene Feldbahn nur irgendwie aus der falschen Richtung? Und da sind so viele Leute drin! Wo ist der Getränke Rucksack? Das Bier bleibt verschollen, aber wer sitzt denn da in der Lore? Wenigstens den Steffen haben wir wieder. Er ist halt die Pünktlichkeit der Bahn gewohnt! Der Lokomotivführer dieser Bahn erklärt uns, daß unsere Bahn erst auf die nächste warten mußte und jetzt jede Minute hier wieder eintrifft. Gott sei Dank Bier gerettet! Und wie die 2. Bahn hinter der Kurve verschwindet, taucht unsere Bahn inklusive Lars, Karoline, Dieter, Gudrun, Emmi und dem Rucksack voll Bier auf. Alle und alles wieder beisammen, können wir getrost zurück in den Ziegeleipark tuckern. Hier stürzen wir uns erstmal auf die Freßbuden und schlagen uns mit halben Hähnchen, Steaks, oder Krapfen die Bäuche voll. Getränke haben wir ja selber mit. Nach dem Essen machen wir uns auf, einen film- und fotogünstigen Standort für den Umzug der Dampfmaschinen zu suchen. Irgendwie verlieren wir uns in diesem ganzen Gedränge und die große Gruppe splittet sich in kleinere Gruppen und Pärchen auf. Bei dem Umzug bestaunen wir eine richtige Dampfwalze, Dampftraktoren, dampfbetriebene Landmaschinen und sogar eine dampfbetriebene Drehorgel. Nach der Parade versuchen wir einen der begehrten Plätze in einer der Feldbahnen zu ergattern. Leider sind schon alle Bahnen im Ziegeleipark unterwegs und nach und nach kommen immer mehr Leute auf die Idee mitfahren zu wollen. Als dann endlich doch mal eine vorbei kommt, können wir auch glücklicherweise einen der begehrten Plätze erhaschen, nur viele Leute darunter auch unser Thommi Töppler und seine Inge. Eine Haltestelle weiter wollen auch noch Lars, Tobi, Janet, Constanze, Karoline sowie zig andere Leute einsteigen. Als sie die volle Bahn sehen und keiner aussteigen will, resignieren sie und sehen ein, daß sie laufen müssen. Remo und ich drehen gemütlich eine Runde durch den Park. Danach sind wir so durchgefroren, daß wir erstmal irgendwo einen Kaffee trinken wollen. Also klappern wir sämtliche Stände ab. Viele Buden verkaufen Bier, Cola, und Wasser, aber Kaffee ist irgendwie Mangelware. Nach langer Suche werden wir an einer Gulaschkanone endlich fündig. Der Kaffee ist zwar heiß, schmeckt aber wie Aufwaschwasser!! Hauptsache wir werden warm. Den ganzen Tag begleitet uns schon der Berliner Sender 88acht, der hier für seine Hörer vom Dampfspektakel berichtet und versucht noch mehr Laute zu mobilisieren. Diese Werbung scheint erfolgreich, denn nachmittags um 15:00 Uhr sind schon über 14.000 Besucher durch die Kassen gestürmt und von neuen Besucherrekorden ist die Rede. Nach dem wir nun wieder warm sind, erklimmen wir die Tonhalde, um uns den Ziegeleipark von oben zu betrachten. Wir beobachten auch wie zwei Spanner Olaf und Emmi, die gemeinsam durch den Park spazieren. Wir verlieren aber bald das Interesse, und wenden unsere Aufmerksamkeit interessanteren Dingen zu. Remo fotografiert den Eimer Schaufel-Ketten-Bagger und ich klettere auf der alten Lok rum. Danach streifen wir noch ein bisschen durchs Gelände, Remo fotografiert irgendwelchen Schrott von der Feldbahn und ich mache künstlerisch wertvolle Aufnahmen! Abfahrt ist für 17:00 Uhr geplant, aber was sind schon Pläne? 16:15 Uhr erreicht uns der Anruf wir können jetzt schon los. Am Ausgang treffen die einzelnen Grüppchen und Pärchen wieder aufeinander. Familie Sandig und Frisch können natürlich nicht warten und fahren gleich los, während der Rest geduldig auf Olaf und Sven wartet, die sich noch im Ziegeleipark amüsieren. Inge wärmt sich derweil im Passat auf, den Schlüssel für den Van hat ja Olaf. Die beiden lassen sich nicht aus der Ruhe bringen aber warum auch? Wir haben Zeit und Urlaub und wir müssen uns ja nicht immer nach einzelnen Damen richten. Pünktlich um 17:00 Uhr stoßen die beiden zu uns und wir können gen Rüthnick starten. In Löwenberg drehen wir die obligatorische Stadtrunde, weil wieder mal keine in diesem Einbahndschungel durchblickt. Gott sei Dank fällt Remo nach der 1. Runde wieder ein: Ach ja wir müssen ja außen rum. In einem großen Bogen fahren wir dann nach Rüthnick zurück. In Dieters bescheidener Hütte werden durch die Vorhut schon die ersten Vorbereitungen für die allabendliche Raubtierfütterung getroffen. Alle sind am werkeln, und Janet tut, was Beamte gerne tun sie schläft! Die Adams-Family belegt die letzten freien Schlafplätze. Ach was es könnten ruhig noch ein paar Gäste kommen, es der Wanne liegt noch keiner und die Sauna ist auch noch leer. Leider benimmt sich das Wetter heute nicht so gut und es ist recht frisch draußen, also bauen wir die Tafel drinnen auf. Tobi grillt draußen auf der Veranda Auch wenn das Haus aus Holz ist, keine Angst, wir haben das schon am Donnerstag geübt!! Neben Thüringer Rostbratwürsten, sächsischen Steaks und Berliner Soljanka stehen diverse Salate auf der Speisekarte. Als Getränk wird wie immer Bier gereicht. Die Damen genießen diverse Sorten Rotwein aus den Weinkellern Frisch und Töppler und für die Antialkoholiker sprich die Kinder Karoline, Maria und Steffen - gibt es verschiedene Säfte. Aber Hallo! Da hat doch wer in die falsche Kiste gegriffen! Jetzt trinken Olaf und Sven uns auch noch den Wein weg! Olaf`s Motto für dieses Wochenende ist bestimmt Wie kann ich die Meute immer wieder in Staunen versetzen? Beim gemütlichen Teil nach der Raubtierfütterung also wird fleißig geknobelt, wie bekommen wir 19 Leute auf 5 Draisinen? Und was ist mit dem Essen? Mit 19 Leuten in Lychen in den Imbiss? Das klappt doch nie!!! Haben wir nicht selber noch genug zu essen übrig? Remo hat sowieso keine Lust zum treten und übernimmt freiwillig den Cateringservice. Da waren es nur noch 18! Tobi muß morgen abend wieder in die Schweiz. Fährt deshalb schon morgens zurück nach Wichmar und nicht mit Draisine. Da waren es nur noch 17! Alle die noch nicht 15 Jahre sind, laufen unter ferner liefen... Da waren es nur noch 15!! ...(Erwachsene) Das heißt also pro Draisine 3 Erwachsene. Na dann ist ja alles geklärt und die weiteren Gespräche wenden sich alltäglichen belanglosen Dingen zu. Gegen 0:00 Uhr verschwinden die ersten in die Betten oder sonstige Schlafstätten. So nach und nach machen auch wir uns bettfertig, aber Janet, Inge, Svenni und Lars wollen noch einen Nachtspaziergang machen. Natürlich ohne Bier läuft nix bzw. niemand und Lars zeigt allen Anwesenden wieder einmal wie man(n) hinfällt ohne einen Tropfen des edlen Gesöffs zu verschütten. Ca. 10 min später sind die 4 Nachtschwärmer aber zurück und spazieren nur noch in ihre Betten. Jetzt endlich können auch wir die an der Eingangstür ihr Nachtlager bezogen haben endlich in Ruhe schlafen.

Gute Nacht

Sonntag, 05.05.02

Strampeltag

Noch vor dem munter werden, werden wir aus unseren Träumen gerissen. Der Kampf um die Duschen und Toiletten beginnt. 19 Leute die sich den Schlaf aus den Augen waschen wollen oder durch kalt duschen, versuchen die Lebensgeister zu wecken! Und während sämtliche Bäder belegt sind, räumen wir unsere Schlafplätze im Wohnzimmer zusammen und suchen Olaf`s Hauslatsch! Den hat er nämlich nachts gen Emmi geschmissen, der durch laute nasale Geräusche die Nachtruhe der anderen Zimmergenossen störte. Auch diesen morgen schaffen wir es alle pünktlich geschniegelt und gebügelt am Frühstückstisch zu sitzen und die morgendliche Raubtierfütterung kann beginnen. Als alle satt sind wird noch klar Schiff gemacht, alles in den Autos verstaut und es kann losgehen. Natürlich nicht ohne uns vorher von Tobi zu verabschieden. Wir anderen verteilen uns auf 6 Autos und auf geht es nach Fürstenberg. Olaf übernimmt mit seinem Van die Führung und der Rest reiht sich dahinter ein. In Fürstenberg steht ein schneller Führungswechsel an, denn Remo kennt den Weg zum Bahnhof nicht. Aber mit Lars` Hilfe finden wir unseren Startbahnhof sofort. Unsere komplette Fahrzeugflotte nimmt den halben Parkplatz in Beschlag! Dieter klärt die Formalitäten, während wir unsere Regensachen zusammensuchen. Das Wetter ist heute wieder nicht sehr nett zu uns! Es ist recht kühl und ein feiner Nieselregen ärgert uns auch noch. 5 Draisinen mit 15 Erwachsenen und 2 Kindern machen sich auf den Weg nach Templin. Remo übernimmt den Van und fährt voraus. Am ersten Bahnübergang erwartet er uns mit der Videokamera. Karoline übernimmt mit ihrer gelben DB-Weste wieder den Part des Streckenpostens und öffnet uns die Schranken. Und damit Remo nicht ganz faul wird, darf er auch eine Schranke öffnen. Sehnsüchtig winkt Remo uns hinterher und steigt wieder in den Van. Wir strampeln fleißig weiter oder lassen strampeln und kommen bald zum nächsten Bahnübergang, wo uns Remo wieder mit Kamera erwartet. Wenn er so weitermacht, bekommen wir heute aber kein Mittag! Nach dem zweiten Bahnübergang legen wir eine kleine Rast an einer dafür vorgesehenen Parkbucht ein. Die Jungs nehmen ihr zweites Frühstück in Form von Bier zu sich, während wir Frauen uns erstmal in die Büsche schlagen. Und welch ein Wunder! Christa entdeckt: Ich hab hier eine Riesen - Schnecke! Wow, Christa - tolle Entdeckung! Nach über 30 Jahren!... Nach unserer Pinkelpause habe ich elendig lange zu tun, mich wieder anzuziehen. Irgendwie hab ich das falsche Outfit gewählt. Lars bietet mir zwar seine Hilfe an, aber da bin ich leider schon fast fertig mit anziehen. Ansonsten passiert nicht viel Aufregendes. Die einen strampeln, die anderen lassen strampeln. Fahrerwechsel ist nicht wie üblich, wenn ein Fahrer nicht mehr kann, sondern wenn ein Nicht Fahrer friert. Ralf wollte in einem unserer SMV-Artikel Werbung für die Draisine Fahrt machen. Denen hat aber unsere Passage über die Bahnhofskneipe Zur Draisine nicht so ganz gefallen und meinten nur Es ist jetzt alles ganz anders. Als wir nun im Bahnhof Lychen einfahren steigt unsere Neugier, was denn nun ganz anders ist. Zur Überraschung aller ist die Kneipe pleite. Gute Geschäftsidee aber schlecht umgesetzt. Uns stört das nicht weiter, denn wir haben ja unsere eigene rollende Mitropa den Catering Service Seiferth. Der wartet irgendwo mitten im Wald an einer Haltestelle auf uns. Schon von Weiten erkennen die dünne Rauchsäule des Rostes. Bei unserem Picknick Service werden alle neidisch. Es haben sogar schon Leute angefragt. Aber Remo rückt nichts raus, bevor seine Meute satt ist. Nach gut einer Stunde Pause radeln wir locker weiter. Remo räumt den Wald auf, löscht das Feuer mit lecker Aldi - Bier und düst uns dann hinterher. Nach einer weiteren kurzen Rast im Bahnhof Neu Placht tausche ich mit Stanzi die Draisine, denn ihr Knöchel will nicht mehr so richtig. Auch Janet hat Knieprobleme, also strampeln Olaf und ich den letzen Rest der Strecke. An unsere beliebten Brücke über den Kanal empfängt uns Remo und wir machen noch eine kurze Rast. Dann geht es auf zum Endspurt und wir fahren mit 18 Leuten im Bahnhof Templin ein. Hier gibt es seit neuesten eine Drehscheibe, auf der die Draisinen gleich wieder in die andere Richtung gedreht werden. Das erspart den Mitarbeitern das mühselige Drehen per Muskelkraft. Bei einem Blick auf die Uhr fällt uns auf, wir haben einen neuen persönlichen Streckenrekord aufgestellt. Während wir im September 2000 noch gute 7 Stunden gebraucht haben, brauchten wir heuer nur knappe 5 Stunden. Unser Reisebus steht ja eigentlich schon heimfahrbereit im Bahnhof, aber wir sind doch noch neugierig, wie lange der Rest auf den Bus zurück nach Fürstenberg warten muß. Wow noch 1,5h! Aber diese Wartezeit wollen wir dem Rest nicht wirklich zu muten. Also, pro Auto ein Fahrer in unseren Bus. Geht nicht, denn Lars will nicht noch mal zurück nur um seine Biene zu holen. Auch für Töpplers wäre es ein bisschen blöd, wegen einer Person noch mal von Fürstenberg nach Templin zu fahren und dann wieder zurück. Also, Familie Töppler komplett in den Bus ebenso Familie Bergk, dann noch Janet, Ralf und Frank und wir 4 die so wie so mit dem Bus fahren. macht summasumarum 11 Leute. Der Bus hat zwar nur 7 Plätze, aber manche werden kurzer Hand doppelt belegt und Kinder kommen auf den Fußboden. Völlig überbesetzt fahren wir zurück nach Fürstenberg mit geschlossenen Jalousien versteckt vor den neugierigen Augen der Männer in Grün. In Fürstenberg auf dem Parkplatz müssen wir zwar die Tür ganz vorsichtig öffnen, sonst fallen einige Insassen raus, aber wir sind alle heil angekommen. Hier verabschieden wir uns von einander, denn jeder fährt irgendwie in eine andere Richtung nach Hause.

Und wieder einmal ist ein schönes Wochenende viel zu schnell vorbei!!

Sandra Seiferth

   
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