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Draisinefahrt 05. Mai 2007

Ja, wir san mitm Radl da,...


Ankunft
Wir warten auf die Zuteilung unserer Draisinen im Bahnhof Lengenfeld unterm Stein
Auf der Drehscheibe geht das Drehen der Draisine ganz einfach.
Auf unbekannten Pfaden
Wenn man(n) keine Drehscheibe zu Hand hat, (weil man(n) übers Ziel hinausgeschossen ist), muss man(n) auf Muskelkraft zurückgreifen.
Remo als Galionsfigur
Es passen zwar 8 Leute auf eine Draisine, aber nicht auf ein Foto
Picknick am Ende der Strecke
Die letzten Mohikaner kommen endlich auch ans Ziel
... na ja eigentlich mit der Draisine, aber in diesem Fall ist das ja auch ne Art Fahrrad auf Schienen. Wieder einmal hat sich eine Horde wilder Modellbahner zusammen gefunden und einen Ausflug gemacht. Natürlich hatte der auch etwas mit Eisenbahn zu tun. Unser Ziel: Die so genannte "Kanonenbahn", eine stillgelegte Bahnstrecke zwischen Dingelstedt und Frieda. An diesem schönen sonnigen Samstag geht es frühmorgens um 8:30 los. Jedenfalls für einen kleinen Teil der 15köpfigen Truppe. Der Großteil sammelt sich um Punkt 9:00 in Göschwitz. Mit drei Autos geht es erstmal über die A4 nach Eisenach und über Landstraßen bis nach Lengenfeld unterm Stein. Das liegt im Eichsfeld.

Wir kommen eigentlich viel zu früh am Bahnhof an, denn erst um 12:00 Uhr bekommen wir unsere Draisinen. Wir machen erst mal Pause.

Um 12:05 können wir dann nach einer Einweisung durch einen Mitarbeiter endlich starten. Uns stehen für diese Fahrt 3 Draisinen zur Verfügung - 2 Vierer und eine Siebener.

Kurz nach dem Start überqueren wir den Ort Lengenfeld unterm Stein in einer luftigen Höhe von 23m. Wir fahren über das 244m lange Lengenfelder Viadukt. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über den Ort im Eichsfeld. Danach geht es über Wiesen und durch Wälder weiter. Ein anderes Highlight dieser Strecke ist der 288m lange Entenbergtunnel, den man mit der Draisine durchfährt. Nach ca. 6 km, stetig bergauf natürlich, endet die Draisinenstrecke in Großbartloff. Damit auch jeder etwas von diesem Spaß hat, wechseln wir zwischendurch die "Treter".

Am Ende der Strecke haben die cleveren Betreiber der Draisinenstrecke eine Art Drehscheibe auf den Gleisen installiert, damit man die Draisinen für die Rückfahrt kinderleicht auch wieder in die richtige Richtung drehen kann.

Für die Strecke hin und zurück haben wir 2 Stunden Zeit. Da wir recht schnell waren, wir brauchten ca. 40 Minuten, haben wir noch viel Zeit. Na ja und Strecke ist ja auch noch da. Einen richtigen Modellbahner und seinen Entdeckungsdrang kann so ein "plötzliches" Ende doch nicht aufhalten. Wir fahren durch den nächsten Tunnel, der gleich hinter dem Haltepunkt Großbartloff liegt und dann noch ein Stück weiter.

Hier haben wir natürlich keine Drehscheibe zum Drehen der Draisinen, also ist pure Manneskraft gefragt. Das Motto lautet: "Vier Mann, vier Ecken!"

Für die Rückfahrt zum Bahnhof Lengenfeld brauchen wir nur ca. 20 Minuten. Denn was vorhin bergauf ging, geht jetzt natürlich bergab. Wir lassen der Physik ihren Lauf und rollen im hohen Tempo durch die Landschaft.

Im Bahnhof Lengenfeld tauschen wir unsere 3 bisherigen Draisinen mit zwei anderen Vierer-Draisinen. Aufgrund der hohen Anfrage sind für unser 2. Teilstück leider nur die beiden übrig. Aber das hält einen abenteuerlustigen Modellbahner nicht ab! Wir testen einfach mal wie viel Leute auf so eine Draisine passen. Die erste fasst 7 Leute und die zweite 8. Die zweite hat sogar eine Galionsfigur! Diesmal geht es ca. 3,5 km bergab in die entgegen-gesetzte Richtung zum Bahnhof Geismar.

Hier werden wir aber dann durch das Ende der Gleise gestoppt. Auch hier ist eine Drehscheibe installiert, wo wir die beiden Draisinen drehen. Da wir auch für dieses Teilstück 2 Stunden Zeit haben und nach 10 Minuten schon am Endpunkt angekommen sind, machen wir erstmal Mittagspause. Da an der Strecke selbst keine kommerziellen Verpflegungspunkte sind, ist Selbstverpflegung angesagt. Schichtsalat, Knackwürstchen und Brötchen sowie diverse Getränke füllen unsere Mägen.

Wir machen fast eine Stunde Pause im Wald. (Der Endpunkt dieser Teilstrecke liegt etwas hinter dem Bahnhof Geismar.) Gegen 15:00 Uhr treten wir dann den Rückweg an. Wieder 15 Leute auf zwei Draisinen. Jetzt wird es schwieriger, denn die Masse, die uns vorhin den Geschwindigkeitsrausch beschert hat, möchte ja jetzt die 3,5 km wieder bergauf gebracht werden. Als es gar nicht mehr geht, werfen die Radler einigen Ballast in Form von einigen Leuten ab. Die müssen laufen. - Nein kleiner Scherz, sie tun es freiwillig. Aber Modellbahner sind ja von Natur aus kameradschaftlich. Deshalb wird die letzte Draisine nochmals zurück geschickt, um die verlorenen Seelen wieder einzusammeln.

Im Anschluss gibt es noch ein kurzes Fachgespräch zwischen Modellbahnern und den Mitgliedern des Kanonenbahn e.V., den Betreibern der Draisinen, bevor wir dann wieder auf die motorisierten 4 Räder umsteigen und zurück nach Jena fahren. Das Credo dieses Tages ist einheitlich: alle 14 Modellbahner und ich sind begeistert. Der Tag war vollkommen gelungen, sogar das Wetter stimmte. Diese Draisinenfahrt ist einfach empfehlenswert, auch für nicht Modell- oder Eisenbahnfans. Und mit einem Grundpreis von max. 8,- Euro + einen Personenpreis von max. 3,- Euro auch für Familien erschwinglich. Wer Interesse hat, kann sich auf der Internetseite des Vereins www.kanonenbahn-ev.de weitere Informationen zur Strecke, zu Preisen und zur Anfahrt erhalten.

Sandra Seiferth
   
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