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Klubfahrt am 21.03.2009 mit dem Sonderzug ins Dampflokwerk nach Meiningen

Die Bilder gibt es wie immer im Format 800x600 beim klicken auf das Foto.


Der Zuglauf dieser Sonderfahrt
Unser Wagen
Die Anschriften des Wageneigenümers
Der Einstiegsbereich
Unsere Zuglok BR110 wird von innen und außen betrachtet.
Auch so konnte man die Aufmerksamkeit aller auf sich lenken.
Begegnung unseres Schonderzugs mit einem Triebwagen der Südthüringenbahn
Führung im Dampflokwerk Meinigen
Große Maschinen zur Bearbeitung von Radsätzen
Die schwer beschädigte Dampflok BR 45
Eine teilweise zerlegte Dampflok
Eine fertig gestellte Schmalspurdampflok
Die Rettungslok BR 119
Auf einem unserer letzten Klubabende im „Roten Hirsch“ keimte der Wunsch wieder einmal eine gemeinsame Klubexkursion zu unternehmen. Aber wie überall, waren alle einhellig dafür, doch bei der Frage nach dem Wohin schieden sich die Geister.

So wurden verschiedene Optionen eingeholt. Unter anderem brachte ich aus „unserem“ Modellbahnladen im Westbahnhof ein Informationsblatt mit, auf Deutsch jetzt Flyer, auf dem eine interessante Reise vorgestellt wurde. Dabei handelte es sich um die Fahrt mit einem Sonderzug in das Dampflokwerk Meiningen. Schon mal gut. Aber noch besser, - es sollte ein Nostalgiesonderzug im Stil vergangener Reichsbahnzeiten sein, und als Zugloks sollten eine original Reichsbahndiesel- und -Elektrolok eingesetzt werden.
Nach demokratischer Listenwahl konnten sich doch einige Eisenbahnfreunde für diese Reise entscheiden. Durch Information im Internet war zu erfahren, dass die Sonderfahrt zum geplanten Termin auf jeden Fall stattfinden würde, da eine Mindestteilnehmerzahl schon vorhanden war.
Also, schnellstens Anruf beim Thüringer Eisenbahnverein, dem Ausrichter der Sonderfahrt, und ich bekam die Auskunft, dass noch 10 „Restkarten“ vorhanden waren! Eilige Rückfrage – alle gekauft, - mit dem Ergebnis, dass leider nicht alle Bewerber eine Fahrkarte erhalten konnten. So wurde die Mitfahrt sozusagen schon eine Art Belohnung für „ordentliche Mitarbeit“ in unserem Verein.
Da war er, der Abfahrtstag. Samstag der 21. März 2009. Nach kleinem Sammeltransport aller Mitfahrer, Treffen im Bahnbetriebswerk Weimar, dem Einsatz- und Abfahrtsort unseres Sonderzuges. Alle da, - unsere reservierten Karten in Empfang nehmen und hinein ins BW. Kurzer Rundgang mit ersten lohnenden Fotomotiven. Schon toll, was die Jungs vom Thüringer Eisenbahnverein da präsentieren können. Von klein bis groß, - Diesellokomotiven, Elektroloks - die kaum noch Fotowünsche offen lassen und auch die Dampflokfreunde kommen nicht zu kurz. So warteten alle gespannt auf die Bereitstellung unseres Sonderzuges.
Nun fuhr er ein, der Original-DDR-Reichsbahnzug mit stilechten Y-Schnellzugwagen, zwei Bghw-Wagen, davon einer mit Buffetabteil ausgestattet und ein Y-Salonwagen aus dem ehemaligen DDR-Regierungszug und eine in Reichsbahnfarben lackierte DR 112 als Zuglok von Eisenach nach Meiningen ins Dampflokwerk. Bei Bereitstellung des Zuges ein kleiner Wermutstropfen für die E-Lokfans. Leider fungierte als Zuglok bis Eisenach nicht die angekündigte Neubauellok 242 151. Statt dessen wurde eine 119 als Vorspannlok eingesetzt, was sich im Nachhinein als goldrichtige Entscheidung erweisen sollte. Durch prima Organisation der Freunde vom Thür. Eisenbahnverein fanden wir leicht unsere Sitzplätze – in einem für uns reservierten Großraumabteil in dem äußerlich hervorragend aufgearbeitetem Y-Schnellzugwagen. - Großraumabteil im Y-Wagen, ja schon unüblich für einen stilechten DDR-Wagen, -aber wenn eine Wand zwischen zwei Abteilen fehlt, ist es eben ein Großraumabteil, in dem die Plätze mit einem Schild „10x Jenaer Eisenbahnfreunde“ für uns reserviert waren. Es wurden nur soviel Teilnahmekarten verkauft, wie Sitzplätze in den Waggons vorhanden waren – eine gute Entscheidung. Pünktlich 9:15 Uhr setzte sich der Zug nach einem kurzen Pfiff und einem kurzen, aber dennoch immer noch vertrautem Hupton der Lok in Bewegung und erreichte nach überqueren des Gleisvorfeldes den Weimarer Hauptbahnhof. Hier konnten weitere Mitfahrer zusteigen. Wieder ein kurzes Hupen der Lok und die Reise setzte sich nach Erfurt Hauptbahnhof fort. Nach ca. 20 Minuten erreichten wir den ICE-gerecht, vollkommen erneuerten Bahnhof unserer Landeshauptstadt. Die Einfahrt bis zu unserem Ankunftbahnsteig stellte sich für mich als ein wüstes Geschlängel dar. Hoffentlich habe ich das nur so empfunden und nicht jeder ICE wird künftig so zu diesem Bahnsteig geleitet. Weitere Eisenbahnfreunde konnten zusteigen, Pfiff – Hupen und ab nach Eisenach. Relativ viele fotobegeisterte Eisenbahnfans säumten die Strecke, aber wir sollten an diesem Tag nicht der einzige Sonderzug Richtung Eisenach sein. Eine halbe Stunde nach uns folgte ein weiterer Sonderzug mit Dampflok bespannt zum traditionellen „Sommergewinn“ nach Eisenach. Kurz nach halb elf erreichten wir Eisenach. Das U-Boot, das heißt die 119 084, in feinstem Bundesbahnlack herausgeputzt, wurde abgehängt und sollte bis zu unserer Rückkehr aus Meiningen hier auf uns warten. Die verbleibende Zeit konnte ausgiebig zum fotografieren genutzt werden. Das kannten wir schon, - Pfiff – Hupe und weiter ging die Reise nach Meiningen. Nach dem Verlassen des Eisenacher Bahnhofes führt die Strecke über eine Rampe zur Überwindung eines Höhenunterschiedes von ca. 100m, durch den Förthaer Tunnel, in den Thüringer Wald hinein. Danach fällt die Strecke wieder allmählich in das Werratal. Im Bahnhof Immelborn wurde einige Zeit zum Fotografieren und Filmen zur Verfügung gestellt, die auch ausgiebig von den meisten Eisenbahnfans genutzt wurde. Als kleines Highlight erlebten wir eine Zugkreuzung mit einem planmäßigen Triebwagen der Süd-Thüringen-Bahn, d. h. es war eine Überholung. „Hallo Klaus! Falsche Richtung. Der Sonderzug steht links von Dir und die Zugkreuzung ist eine Überholung, der kommt also auch aus deiner Richtung.“
Aber Klaus wollte nur all die anderen Fotofans ins Bild nehmen, die sich schon in Reih und Glied aufgebaut hatten, um die Zugüberholung zu fotografieren.
Angekommen in Walldorf (hat wohl nichts mit besagter Schule zu tun), weitere Möglichkeit für Fotoaufnahmen bei blauem Himmel und viel Sonne, die uns zwar bei niedrigen Temperaturen, aber herrlich strahlend, schon den ganzen Tag begleitete.
Pünktlich in Meiningen angekommen, auf ins Dampflokwerk, wo man uns mit Thüringer Bratwürsten schon erwartete. Unterwegs -Schranke zu, denn wieder 'ne Süd-Thüringen-Bahn, die haben wohl ihr Nest in Meiningen - sie werden hier im BW gewartet und warten auf neue Einsätze. Wir warten auch, denn Schranke immer noch zu, unsere 112 rangiert ins Dampflokwerk. Übrigens gehört sie der Pressnitztalbahn und war für uns wie „fabrikneu“, also wie aus dem Ei gepellt bereitgestellt worden. Angekommen am eigentlichen Ziel unserer Reise erlebten wir eine äußerst interessante Führung durch die, na ja, nicht gerade heiligen, aber sehr weitläufigen Hallen und deren beeindruckendes Innenleben des Dampflokwerkes. Hier im Dampflokwerk Meiningen gibt es noch eine der europaweit wenigen Möglichkeiten alte Dampfrösser untersuchen, reparieren oder sogar neu bauen zu lassen. Hier werden Kesselfristen abgenommen und auch einige der beim Brand 2005 im historischen Lokschuppen in Nürnberg zerstörte bzw. schwer beschädigte Museumslokomotiven wieder fahrfähig aufgebaut. Erst kürzlich, am 18.03.09 konnte man im MDR-Fernsehen einen Filmbericht über die Fertigstellung einer Dampflokomotive erleben, die als vollkommener Neubau die Hallen des Dampflokwerkes verlassen hatte und per Tieflader an den Molli, eine 900 mm Schmalspurbahn an der Ostseeküste ausgeliefert wurde. Nach zwei Stunden und unzähligen Schrauben, Kolben, Zylindern, Feuerbüchsen und Kesseln, von gigantischen Radsatzdrehmaschinen und Blechbiegemaschinen bis zu Schweißrobotern waren wir völlig überwältigt. Füße qualmen, Fotobatterie am Ende und die Speicherkarten voll. Schade – nun schon 15:30 Uhr, Rückmarsch, denn die Abfahrt ca. 16:00 Uhr naht und die sollten wir auf keinen Fall verpassen. Und tatsächlich 16:00 Uhr – alle da - und wie gehabt, -Pfiff – Hupe und los, die Rückreise begann. Wieder Walldorf – Wasungen (Faschingshochburg, aber da hat auch keiner mehr Pappnasen auf) nur unsere „Schüler“ sind trotz des ausgiebigen Betriebsrundganges immer noch wie „elektrisiert“. Immelborn und Ausweiche Förtha. Kurz vor dem Tunnel noch Förtha Posten und - wass'n das ! - Motor aus ! Motor an, aber läuft nicht rund. So’was hört ja ein Eisenbahner, selbst ein Modell-eisenbahner. Es gab sogar welche, die meinten „Ich geh mal nach vorn, da hör’ ich den Motor besser“. Haben die schon was geahnt?. Motor aus. Neu starten – nix mehr. Da ha'm wir den Salat. Unsere schöne, wie aus dem Ei gepellte 112er ist hin. Glück im Unglück, wir stehen in der Ausweiche, im Block /vor/ dem Tunnel, aber auch noch 8 km vor Eisenach. A ber es gibt ja heute Handys und orange Warnwesten. Und die Jungs vom Thür. EV haben gleich reagiert um Abhilfe zu schaffen, wenn man die Nummer vom Kollegen weiß, der in Eisenach auf der 119er sitzt, lässt sich da doch was machen. Die anderen Kollegen haben auch gleich reagiert und im Blick auf die zu erwartende Verspätung erst mal das Buffetabteil heimgesucht. Sprunghafte Umsatzsteigerung. Das Machen dauerte eine knappe Stunde und siehe da, wie viel Freude es auslösen kann, wenn ein U-Boot auftaucht. Formalitäten, vor bis zum Signal, leichter Ruck – U-Boot dran. Motor läuft ! Sogar zwei, aber eben die von der 119. Alle orangen Westen wieder in den Zug, nun wieder der mit der roten Schärpe und dem Pfiff und wieder Huuup, - etwas anders, aber immer noch vertraut. Und los, es wurde nun auch schon langsam dunkel und kalt, da keine Heizung von unserer 112 mehr, weil immer noch Motor aus. Schade - sie hatte sich so schick gemacht und eigentlich sah unser Zug mit ihr auch ganz toll aus, eben wie „früher“. Nur hätte uns da auch nicht die ursprünglich für unseren Zug gedachte E-lok von da oben aus dem Wald holen können. Also – Danke U-Boot, das uns zwar mit einstündiger Verspätung, aber sicher und wie ein Eilzug über die alte Magistrale Eisenach-Gotha-Erfurt-Weimar wieder zu unserem Reiseausgangspunk zurück brachte. Ein toller Tag.

Fotoberichterstatter:
Uwe Prüfer
21.03.2009
   
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