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Vereinsexkursion Harz 2015


Auch in diesem Jahr gab es wieder den allgemeinen Wunsch unserer Vereinsmitglieder nach einer Vereinsexkursion. Da es in den letzten Jahren immer in Richtung Tschechien ging, sollte es diesmal in den Harz gehen. Denn auch dort gibt es Eisenbahntechnische Sehenswürdigkeiten.

Treffpunkt war am 25.07.2015 der Haltepunkt Jena Paradies. Pünktlich um 8.10 Uhr kam unsere Regionalbahn und wir konnten es uns auf den von Lars und Heiko– beide waren schon in Göschwitz zugestiegen – reservierten Plätzen bequem machen. Doch kaum hatten wir das geschafft, waren wir in Naumburg und mussten schon wieder aussteigen. Dort trafen wir überraschender Weise auf Felix, Vereinsmitglied und Mitglied der Schülergruppe, der schon seit den frühen Morgenstunden unterwegs war, um seine Sammlung an Film- und Fotoaufnahmen zu erweitern.

Nach nur 11 min Aufenthalt in Naumburg ging es mit der nächsten Regionalbahn weiter nach Halle. Dort reichte die Zeit für ein zweites Frühstück; je nach Geschmack eine Bockwurst oder ein Eis.

10.01 Uhr fuhren wir weiter nach Halberstadt und nach 9 min Umsteigezeit weiter nach Blankenburg/Harz. Hier sollte es den ersten Höhepunkt unserer Reise geben, eine Fahrt mit dem Dampfsonderzug nach Rübeland.

Doch bis zur Abfahrt um 13.50 Uhr waren noch 2 Stunden Zeit, und unser Reiseleiter Dietmar hatte hier das Mittagessen eingeplant. Ein in der Nähe des Bahnhofs gelegenes China-Restaurant öffnete erst 12.00 Uhr. Durch die Befragung Einheimischer, die uns zunächst in die 2-3 km entfernte Innenstadt schicken wollten, fanden wir, ebenfalls in Bahnhofsnähe, ein griechisches Restaurant, welches aber wegen Urlaub geschlossen hatte. Ein um die Ecke befindlicher Imbiss hatte ebenfalls Urlaub, aber bei dem dazugehörigen Fleischer hätten wir Bratwürste kaufen können. Da zu unseren Reiseutensilien aber kein Bratwurstrost gehörte, entschlossen wir uns spontan - es war inzwischen nach 12.00 Uhr – für den Chinesen. Also das Ganze zurück, aber es hat sich auch gelohnt. Im Restaurant „ Wang Xi“ haben wir dann sehr gut gegessen.

So gestärkt traten wir die Fahrt nach Rübeland an. Über die enormen Steigungen, die die Strecke so interessant machen, gelangten wir über Michaelstein und Hüttenrode nach Rübeland. Der Dampfsonderzug war als Theaterzug deklariert und die meisten Mitreisenden nutzten den Aufenthalt in Rübeland, für die die Theateraufführung in der in Nähe befindlichen Baumannnshöhle stattfand. Als Eisenbahninteressierte erkundeten wir allerdings den alten Bahnhof Rübeland, dessen Lokschuppen dem Förderverein Rübelandbahn noch als Museum und Werkstatt dient.

Entlang der Bode wanderten wir noch ein Stück bergab bis nach Neuwerk . Von hier aus konnten wir noch einige Fotos des Krocksteinviaduktes machen. Auf dem Rückweg entdeckten wir eine alte Treppe, die aus Eisenbahnschwellen bestand. Da wir wussten, dass die alte Trassierung einmal anders gewesen war, mussten wir natürlich nachsehen. Und tatsächlich stießen wir nach kurzem Aufstieg auf die alte Strecke oder das, was davon noch übrig war. Die Natur hat hier ganze Arbeit geleistet. Nur wer weiß, das hier einmal die Eisenbahn gefahren ist, erkennt es auch noch. Heiko behauptete sogar, dass es irgendwo in der Nähe ein altes Tunnelportal geben müsste, stürzte sich sogleich in das Unterholz und entschwand unseren Blicken. Wir stiegen weiter bergan und trafen kurz darauf auf die neue Strecke. Hier kam es zwischen Lars und Konni wie schon so oft auf unserer Reise zu einer Fachsimpelei über die Fahrleitung. Auf dem Rückweg Richtung Rübeland tauchte Heiko aus dem Unterholz wieder auf und berichtete, er hätte das gesuchte Tunnelportal gefunden. Zugemauert und zugewachsen, aber mit Zugängen für Fledermäuse und ähnliches Getier. Gemütlich ging es zurück in Richtung Bahnhof Rübeland, natürlich nicht ohne weitere Fotos zu machen, so z.B. von einem planmäßigen Güterzug nach Blankenburg/Harz. An einem Cafe stärkten wir uns noch an den unterschiedlichsten Sorten Eis, u.a. an schwarzem Steinkohleeis. Eine Nachfrage bei der Bedienung über die Inhaltsstoffe beantwortete man mit todernster Miene: „Steinkohle“! Eine Geschmacksanalyse von Heiko ergab auch kein abschließendes Ergebnis und so wir wissen bis heute nicht, was er gegessen hat.

Die Rückfahrt verzögerte sich wegen eines Gegenzuges um einige Minuten, aber unser Fahrplan war deshalb nicht in Gefahr. Ein mitreisender Dreikäsehoch bemerkte allerdings zu seinem Opa: „ Seit wir hier angekommen sind, steht die Lokomotive da und der Motor läuft. Das ist Umweltverschmutzung.“ Der heutigen Handygeneration eine zischende und vor sich hin qualmende Dampflok zu erklären ist halt nicht einfach.

Auf der Rückfahrt nach Blankenburg/Harz machten wir in Michaelstein betriebsbedingt wieder Kopf und bestaunten bei der Ausfahrt noch einmal die doppelte Gleisverbindung. Auf Grund der dort eingebauten Rückfallweichen ist ein Umsetzten, Rangieren und Kopfmachen ohne Rangierpersonal möglich.

Über Halberstadt fuhren wir weiter nach Wernigerode, wo wir 18.18 Uhr ankamen und unsere Reiseaktivitäten für diesen Tag beendeten. Die vorgebuchten Zimmer im „Hotel Altora“ standen für uns bereit und trugen für Eisenbahnfans so wohlklingende Namen wie „ Locomotion, usw.. Im Restaurant herrschte jedoch solcher Hochbetrieb, dass ein Tisch für uns erst nach 20.00 Uhr zur Verfügung stand. Die verbleibende Zeit nutzten wir für einen Rundgang über den schmalspurigen Teil des Bahnhofs. Eine Anzahl ankommender Züge, die ihr Tagwerk vollbracht hatten und in Wernigerode endeten, wurden noch nach Wernigerode Westerntor zurückgeschoben. Die leer zurückkommenden Dampfloks sollten für den nächsten Tag noch neu bekohlt werden, aber offensichtlich gab es ein Problem mit dem Kohlekran. Erst ein herbeigerufener Mechaniker der Instandhaltungsfirma konnte Abhilfe schaffen.

Zurück im Hotel bescherte uns der Panoramablick aus dem Restaurant eine wunderbare Aussicht über das Betriebswerk der HSB, so dass wir beim Abendessen die vielfältigen Aktivitäten live miterleben konnten.

Während dieser Zeit sahen wir über den Harz aber auch ein Unwetter heranziehen. Mehrfach ausrückende Feuerwehren ließen nichts Gutes erahnen. Die Übernachtung war dann auch recht stürmisch und die Gardine stand oft waagerecht im Hotelzimmer. Beim Frühstück jedoch strahlender Sonnenschein und nur der Brocken im Dunst. Am Abend hatten wir festgelegt, wenn wir schon mal da sind, fahren wir auch auf den Brocken. Schließlich ist bei uns der Weg das Ziel. Selbst die Livekamera vom Gipfel im Bahnhof Wernigerode (Sturm und 4?C) konnte uns nicht von unserem Vorhaben abbringen.

Als hätten wir es geahnt, und wie für uns bestellt erreichten wir den „Höchsten Punkt in Norddeutschland“ bei herrlichem Wetter und einer Rundumsicht von ca. 60 km. Die angekündigten 4?C wurden zwar erreicht, bei einer Erbsensuppe mit Bockwurst in der dortigen Gastronomie ist das aber auszuhalten. Zu dem bestellten Grog fragte die Kellnerin nur schnippisch, ob draußen Winter sei? Nach unserem einstündigen Aufenthalt von 10.36 – 11.36 Uhr war es dann aber auch lange genug kalt, und wir traten freiwillig den Rückzug an. In der Ausweichstelle Goetheweg ließen wir den bergwärts fahrenden Gegenzug passieren, und um 12.40 Uhr stiegen wir in Drei Annen Hohne in den Zug nach Eisfelder Talmühle. Hier hieß es ein wieder einmal umsteigen, diesmal in einen Triebwagen der HSB, der uns nach Nordhausen brachte. Mit aufgefülltem Reiseproviant ging es mit der Regionalbahn weiter. 7 min Umsteigezeit in Sangerhausen reichten aus, um pünktlich 16.47 Uhr in Erfurt anzukommen. 17.01 Uhr brachte uns dann die EB - von einem anderen Bahnsteig als sonst- bitte beachten Sie die Bahnsteigdurchsagen – zurück nach Jena West, wo ein ereignisreiches Wochenende zu Ende ging.

An dieser Stelle nochmal ein herzliches Dankeschön an Dietmar, Reiseleiter und Organisator der Exkursion, in der Hoffnung dass noch viele solcher Vereinsausflüge stattfinden.

Olaf Seide

   
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