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Berichte

Eisenbahnklubreise 2017 in´s Isergebirge


Zug im Bf Liberec
Brillenschlange im Doppelpack
sind die Bilder gelungen?
der Sonderzug Tanvald-Korenov-letzte Tagesfahrt nur mit Triebwagen
Zugkreuzung mit Regelzug
Strecke mit Zahnstange
Ankunft in Korenov
unsere Unterkunft
am nächsten Morgen zurück zum Bf
Zug auf dem Iserviadukt (histor.Foto)
unser Dampfzug zur Fahrt nach Harrachov
am Lokschuppen Korenov
Salonwagen im Lokschuppen
die zweite Zahnraddiesellok im Schuppen
... und von unten
die (historische) Gummikonkurrenz
gleich geht´s los
auf der Strecke
auf dem Viadukt
Es war wieder mal Zeit für eine Klassenfahrt; und schon hatte auch einer die passende Idee, wo es denn hin gehen sollte. 115 Jahr Zahnradbahn im Isergebirge, das ist doch auf jeden Fall ein lohnendes Ziel. Das Isergebirge bildet als ein Teil der Sudeten die Verbindung vom Lausitzer Bergland bzw. Zittauer Gebirge zum tschechischen bzw. polnischen Riesengebirge. Und dort hat man 1902 eine normalspurige Eisenbahn von Tanvald durch das Gebirge nach Harrachov gelegt. Um die enormen Steigungen, immerhin 235 m Höhenunterschied, auf den 7 kilometern zwischen Tanvald und Korenov bewältigen zu können, wurde auf einigen Abschnitten eine Zahnstange der Bauart Abt montiert und der Zugbetrieb mit Zahnradlokomotiven realisiert. Und bei diesem Ereignis, dem 115 Geburtstag dieser Bahn wollten wir natürlich dabei sein.

Da auch letztes Jahr unsere "Klassenfahrt" in Richtung Zittau führte, konnten wir uns bis dahin entspannt in die Sitze lehnen und die Landschaft durch unser Saaletal, über Leipzig und Dresden bis nach Zittau an uns vorbeiziehen lassen. Ab da wurde es interessant. Mit dem Trilex, einem deutsch-tschechisch-polnischen Verkehrsverbund über die Grenze und schon in Liberec waren noch "kleine" Schätze zu bewundern; z.B. eine Signalbrücke mit Flügelsignalen, zwar nicht mehr in Betrieb aber noch da. Und schon ging die wilde Knipserei los. Und was es nicht alles gab: ein nicht "modellbahnmäßig verlötetes" Herzstück in einer Weiche mit Stromtrennung in den Backenschienen - so hätte man wenigstens die großen Lücken zwischen den Schienen deuten können. Und viele bunte Dieselloks stellten sich zur Schau; auch schön "gealterte" Y-Wagen, na alte eben, waren noch zu sehen und wollten im Foto festgehalten werden. Nach kurzem Aufenthalt und Umsteigen ging es von Liberec weiter nach Tanvald. In Liberec führt eine noch betriebene, meterspurige Straßenbahntrasse entlang der Eisenbahn. Einige von uns bekamen gleich ganz verzückte Gesichter als sie sogar einen Triebwagen durch das Naturgrün erspähen konnten. Schon wurde der Wunsch nach Straßenbahn vorgebracht. Aber nix da, wir wollten ja erst mal nach Tanvald.

Donnerwetter - man würde denken Tanvald ist ein kleiner verschlafener Bahnhof. Von wegen; ein florierender "Bahnknoten" mit Direktanschluss nach Prag und natürlich auch zu unserem eigentlichen Reiseziel Korenov mit besagter Zahnradstrecke. Auf jeden Fall war in Tanvald reger Zugbetrieb zu bestaunen und dann, nach einigem Warten auch "unser" Traditionssonderzug. Er bestand aus mehreren rot-beigen Beiwagen, gezogen von einer österreichischen Zahnraddiesellok und einem Triebwagen am Zugschluss. Im ersten Moment etwas ratlose Gesichter, hatten wir doch einen "Dampfzug" erwartet, aber dann wussten wir, wie das die tschechischen Freunde arrangiert hatten. Die Diesellok(s) sind, von den Tschechen hervorragend aufgearbeitete Exemplare aus der österreichischen Lokschmiede Wien Floridsdorf, mit Zahnrad für die dazugehörige Zahnradstrecke ausgerüstet. Der Dampfzug war dem oberen Streckenabschnitt Korenov - Harrachov vorbehalten, ohne Zahnradbetrieb. Hier in Korenov wollen wir am nächsten Tag beim 115. Streckengeburtstag der alten Zahnradbahn dabei sein. Doch dazu erst morgen. Vom soeben in Tanvald eingelaufenen Sonderzug bestiegen wir den Triebwagen, denn nur der trat an diesem Tag noch einmal die Bergfahrt nach Korenov an. Die Zahnraddiesellok blieb mit den Beiwagen im Tal. Und los ging es mit einigem Gerumpel über die Stahlträgerbrücke an der Bahnhofsausfahrt. Der Triebwagen legte sich mächtig ins Zeug und brachte uns das auch lautstark zu Gehör. Was war das, Halt auf "freier" Strecke. Plötzlich wurde eine Weiche umgelegt und wir auf ein Stumpfgleis rangiert. Na toll, hatte sich etwa der Triebwagen übernommen? Aber nein, wir mussten einen entgegenkommenden Regelzug, Triebwagen 840, auf der eingleisigen Strecke passieren lassen. Dann wieder raus aus dem Industrieanschluss und wieder auf die Strecke; nun noch steiler bergan, hier begann ein Zahnstangenabschnitt, in den sich unser Triebwagen jedoch nicht einfädeln musste, er hat ja einen Adhäsionsantrieb. So nun mit Getöse hinauf ins 701 m hoch gelegene Korenov. Geschafft - bei strahlend sonnigem Abendhimmel - Einfahrt in den Bahnhof auf dem Hochplateau. Bestes Fotowetter und hervorragende Sicht bis zur Sprungschanze. Wir unternehmen noch eine kleine Geländebesichtigung; der historische Traditionszug steht schon für morgen bereit, die dazu gehörige Dampflok im hervorragend restaurierten Lokschuppen. Auch der Triebwagen rumpelt zum Umsetzen Richtung Lokschuppen und watet dann neben dem historischen Zug auf den morgigen Tag. Wir erreichten nach einem kleinen Fußmarsch unsere Behausung im Tal und ließen den Tag mit zünftigem Goulasch und Knödeln und dem wohlverdienten Bier ausklingen. Endlich im Bett, mussten wir einem nächtlichen Dauerregen bis zum Einschlafen lauschen. Das macht irgendwie nicht so richtig Laune auf Morgen. Beim Aufstehen war der Regen vorbei und nach einem ausgiebigen Frühstück blitzte sogar die Sonne durch die dicken Wolken. Am Bahnhof sollte heute der Streckengeburtstag gefeiert werden, doch bis dahin stand uns noch ein Fußmarsch bergauf bevor. Und als wir so bergauf stiefelten, verzogen sich ganz unbemerkt die Regenwolken und die Sonne begleitete uns über den ganzen Tag. So ein Wetter - wer hätte das gedacht! Wir waren sehr pünktlich am Bahnhof in Korenov und konnten so alle für das Fest vorbereiteten Aktivitäten ungestört besichtigen. Die Hauptmasse der Besucher reiste erst mit dem ersten Zug aus Tanvald an; also für uns beste Fotobedingungen für die schon am Zug befindliche Dampflokomotive - eine feine stilechte Garnitur. Auch der Lokschuppen - eine Augenweide! ; aus einer verkommenen Ruine wieder 1A zurechtgemacht. Die im Inneren zu besichtigenden Exponate - ebenfalls sehr sehenswert; so ein blauer Salonwagen und der noch zu restaurierende Triebwagen der schweizerischen Jungfraubahn. Die 2. Zahnradlok T426, eine kleine BN150 und eine T435 hatten hier ihr Zuhause. Die T435 bespannte als Gegenstück das andere Ende des historischen Zuges, mit dem auch wir nach Harrachov unterwegs waren. Ein sehr beeindruckender Streckenverlauf durch eine tolle Landschaft, durch den kleinen Tunnel, mit der Überfahrt über das Iserviaduktes als Highlight dieser Fahrt. Wieder zurück in Korenov, hieß es gleich Umsteigen in den zur Talfahrt nach Tanvald bereitgestellten Sonderzug mit Zahnradlokomotive und Beiwagenkolonne. Irgendwie konnten wir diese Fahrt noch mal viel intensiver genießen als bei der gestrigen Bergauffahrt im Solotriebwagen. Tja, das war´s dann schon wieder - tolles Fest, tolle Eindrücke bei tollem Fotowetter. Nach kurzem Aufenthalt treten wir unsere Heimreise mit einem "Regelzug" (Triebwagen) an; Überhaupt waren wir nur noch mit Triebwagen, mehr, meistens weniger bequemer Bauart unterwegs. In Zittau war sogar der mit Schmalspurbahnwerbung lackierte grüne 631 bis nach Dresden unser Gefährt, aber eben doch recht unbequem, wenn man darin mehr als eine Stunde Fahrt absolvieren muss. Selbiges Fahrzeug gibt es ja für die TT-Bahner auch von TILLIG im Modell. Vielleicht sollte man denen das Ding mal als Lackierungsvariante für ein Jahresmodell der beliebten "Einmalserien" vorschlagen.

Dann bis nächstes Jahr, unterwegs in deutschen Landen, oder sonst irgendwo

Gruß Uwe

   
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